Die Gegenwart und die Zukunft in der Versicherungsbranche

Man sollte meinen, den Versicherungen geht es gut und wenn man das Gesamtbild anschaut, dann ist dem auch so. Die Gewinne der meisten Versicherungskonzerne sind in den vergangenen Jahren gestiegen, bei manchen steil, bei anderen flach, aber stetig. In fast allen Zweigen stehen die Versicherer gut da – seien es Autoversicherungen, Hausrat- oder Industrieversicherungen. Lediglich die Krankenversicherer sehen sich immer mehr Wettbewerb ausgesetzt bei steigenden Preisen und hohen Kosten. Immer sicherere Autos, hohe Sicherheitsstandards in Häusern und Industrieanlagen haben die Schadensfälle reduzieren können. Nur die Rückversicherer schauen etwas sorgenvoll auf den Klimawandel und die damit verbundenen heftigeren Unwetter.

Die Zukunftsaussichten sind rosig: Technologie macht es möglich, dass Schadensfälle immer schneller und effektiver abgearbeitet werden, Onlineverträge sparen Personalkosten und gerade in Deutschland ist eine Versicherung noch immer etwas, was jeder Haushalt haben muss. Branchenkenner gehen davon aus, dass Versicherungen immer mehr Technologie und die daraus resultierenden Daten nutzen werden, um maßgeschneiderte Produkte anzubieten. Themen sind dabei Blackboxes in Autos, aber auch Armbänder, die unsere Aktivität messen und – wenn wir aktiver sind – günstigere Tarife anbieten können. Schon jetzt gibt es solche Angebote für sichere Fahrer unter 30 Jahren. Ähnlich wird für Hausratsversicherungen gelten: Wer vernetzte Alarmanlage hat, die auch bei Wasserschäden anschlagen, sollte bessere Konditionen erwarten können.

Die Frage wird sein, ob die klassischen Versicherungsmakler noch eine Zukunft haben oder aber, ob sie ein Opfer der digitalen Transformation sein werden. Der Trend geht auf jeden Fall in Richtung online.

Weltweit dürfte die größte Herausforderung für Versicherungen sein, eigenständig zu bleiben. Noch immer gibt es zahlreiche Versuche der Branchenriesen, kleinere und sogar ebenbürtige Konkurrenten aufzukaufen. Wir wissen schon aus unseren Wirtschaftsstudium, dass es nicht gut für die Märkte ist, wenn es nur noch wenige Mitspieler gibt. Bleibt also zu hoffen, dass der Aufwärtstrend weiter anhält und der Wettbewerb den Kunden gute und preiswerte Produkte bringt.